Dienstag, 20. August 2013

Der Schamane als Medium beim Kontakt mit der Geisterwelt

Der Schamane ist nicht bloß ein hoch anerkanntes Mitglied bei nordamerikanischen Volksgruppen. Er ist in zahlreichen Kulturen vertreten, zum Beispiel bei den Aborigines, den Kelten, den Inuit und ebenfalls in der Mongolei. In Grunde kann man sagen, ein Schamane ist ein Medium, das zur Geisterwelt vermittelt.  Für bestimmte Bevölkerungsgruppen war er von großer existentieller Bedeutung. Den Ursprung hat er wohl in Zentralasien.  In seiner Gesellschaft ist er sozusagen ein Experte, der mit Geistern Kontakt aufnimmt und mit deren Hilfe die Probleme von Leuten löst.

Bei den sibirischen Völkern entstand sozusagen der „ethnologische Prototyp“ des Schamanen. Im 18. Jahrhundert wurden Forschungsreisen unternommen, auf denen die Forscher zur Erkenntnis kamen, dass auch in weiteren Gebieten abseits von Zentralsibirien Menschen lebten, die wie ein Schamane in Sibirien Rituale abhielten. Die Weltanschauung, die eng mit der Götterwelt verbunden war, war nicht nur in Sibirien verbreitet. Die Forscher konnten herausfinden, dass das Phänomen weit verbreitet war. Eine Hypothese in der Ethnologie besagt sogar, dass in jeder Kultur eine schamanische Phase durchlebt wird. Obwohl man zuerst von falschen Annahmen ausging, nämlich dass die sogenannten „primitiven Völker“ gegenüber den „hohen Kulturvölkern“ zurückgeblieben waren, konnten die Theorien dieser Phasen durch archäologische Erkenntnisse bestätigt werden.  Das Wort Schamane entwickelte sich aus dem mandschurischen Begriff Saman. Darunter versteht man einen Menschen mit äußerst starkem geistigen Willen und emotionaler Kraft. Ekstatische Rituale werden eingesetzt um Verbindung mit Dämonen und Geistern aufzubauen. Die Rituale dienen zur Besänftigung der übersinnlichen Wesen. Auf diesem Wege sollen Krankheiten und Bedrohungen verhindert werden. Für die Bestimmung des genauen Zeitpunktes der Aussaat und der Ernte war der Schamane ebenso zuständig. Man dachte er sei in der Lage Naturgewalten zu besänftigen.

Bei den nordamerikanischen Ureinwohnern war es ebenfalls gang und gäbe, dass man öffentliche Vorführungen veranstaltete, in denen er seine Kunst zeigte. Diese wurde als Beweis dafür angesehen, dass er übernatürliche Unterstützung von Geistern bekam.  Bei seinen Ritualen trägt der Schamane nicht nur eine gewisse Tracht, er gebraucht auch spezielle Requisiten. Der Schamane trägt beispielsweise mitunter eine Maske, die ihm mit dem jeweiligen Schutzgeist identifiziert und gewissermaßen zu einem doppelten Wesen macht.  Die Tracht selbst wird auch unter Berücksichtigung strenger Regeln angefertigt. Je nach Kostüm darf sie nur zu einer gewissen Jahreszeit und von einer bestimmten Person hergestellt werden. Häufig wird sie aus Materialien wie Fell oder Federn gemacht.  Man sagt, dass ein Schamane eine Vision bzw. einen Traum hat. Darin erscheint ihm schließlich ein Tier und dessen Fell oder Federn werden dann für das Kostüm verwendet.  Wie man ein Schamane wird, wird in einer alten Geschichte erzählt. Dazu muss man sich auf eine Reise in das Unterbewusstsein begeben. Dabei wird man von guten Geistern in eine Höhle entführt. Das hier stattfindende Ritual kann sich über Tage hinziehen. Nach dieser Zeit kehrt die Person wieder zu seinem Volk zurück wo sie als Schamane ein neues Leben anfängt.

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