Samstag, 17. August 2013

Weinkarten spiegeln den Geschmack der Österreicher wieder

Weinkarten können häufig eine höchst spannende Lektüre sein. In Österreich gibt es allerdings oftmals das Problem, dass die Getränkekarten in unterschiedlichen Lokalen völlig ident aussehen.  Große Unternehmen sind dafür verantwortlich, weil sie in ganz Österreich die Gastronomiebetriebe versorgen. Als erstes sind in vielen Fällen die offenen Weine auf den Weinkarten aufgelistet. Die Flaschenweine folgen anschließend auf der Karte. Bei den Getränkekarten verhält es sich eigentlich genauso. Für etliche Wirte ist es einfach äußerst komfortabel, wenn die Produzenten der Weine für die Weinkarten einfach die immer vom passenden Vertreter ausgesucht werden und dann einfach die gebrauchte Menge geliefert wird. Das Problem dabei ist allerdings, dass es dann keinen Bedarf mehr für einen Sommelier gibt, da alle Lokale ohnehin dieselben Weine auf ihren Getränkekarten anbieten.

Die Österreicher wählen, wenn es um Wein geht, am liebsten jenen aus den eigenen Land. Bekanntermaßen zählen österreichische Weine zu den besten der Welt. Und für jedes Gericht gibt es in unter ihnen immer einen passenden. Deshalb ist auch der größte Anteil der Weinkarten in den österreichischen mit heimischen Weinen belegt. Die heimischen Weinproduzenten freut dies selbstverständlich. Wer ein Kenner der gehobenen Gastronomie ist, der möchte im Regelfall mehr Vielfalt auf den Weinkarten bzw. Getränkekarten. Unterm Strich gab es noch nie eine solch spannende Auswahl an interessanten Weinen in dieser Welt – und viele von diesen sind sogar erschwinglich. Frei nach dem Motto „mir san mir“ wird dies jedoch von vielen heimischen Gastronomen ignoriert.  Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass man ohne viel Aufwand Weinkarten erstellt, die den Gast ansprechen. So gibt es zum Beispiel Getränkekarten, auf denen die Weine nach den Rebsorten gelistet sind, was bei vielen beliebt ist. 

Der Sauvignon Blanc aus der Steiermark ist ohne Frage ein Spitzen-Wein, doch leider bleiben auf den heimischen Weinkarten die besten Neuseeländer, ein Mamara von Seresin oder ein Wild Ferment von Greywacke absolut auf der Strecke.  Es gibt also zahlreiche Weine aus anderen Ländern, die einen Platz auf den österreichischen Getränkekarten verdient haben, dort aber nicht zu finden sind. Etliche Leute suchen vergeblich auf den Getränkekarten der heimischen Wirte nach guten spanischen Weinen. Damit sind jedoch nicht die oft gängigen Sorten aus Rioja und Ribero del Duero gemeint. In Spanien gibt es wunderbare Weinbaugebiete, wie zum Beispiel in El Bierzo, aus denen fantastische Weine hervorgehen, die für sämtliche Weinkarten in Österreich eine Bereicherung wären.  Aus osteuropäischen Ländern findet man keinen einzigen Wein auf österreichischen Getränkekarten, was einige Leute stark kritisieren. In Ungarn werden herzhafte Rotweine angebaut, die es wert sind, auf österreichischen Weinkarten angeführt zu werden. Auch haben Weine aus Kroatien, zum Beispiel Istrien, bei vielen einen hohen Stellenwert und werden gerne auf Getränkekarten gesehen. Allgemein ist es vielleicht Zeit, dass neben den guten Tropfen aus Österreich auch Weine aus anderen Ländern den Weg in die Weinkarten bzw. Getränkekarten finden.

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